Man lernt nie aus

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Man lernt nie aus!

Wir lernen jeden Tag dazu, ob wir wollen oder nicht. Man müsste sich schon im stillen Kämmerlein verbarrikadieren, das Licht ausmachen und alle Geräuschquellen abschalten, um keine neuen Eindrücke zu bekommen. Und selbst dann kann man noch dazu lernen, denn die Gedanken sind nicht abgeschaltet. Solange man denkt, lernt man auch – selbst im Schlaf. Aber ist das schlimm? Nein, im Gegenteil. Lernen macht Spaß. Vor allen Dingen erweitert es den eigenen Horizont und kann sogar zu einem erfüllten Leben beitragen. Etwas zu lernen – nicht weil man es muss, sondern weil man es möchte und die Möglichkeit dazu hat – ist einfach toll.

Sicher kennen auch Sie Situationen, in denen Sie das Lernen verflucht haben und vielleicht ist der Begriff „Lernen“ für Sie auch in gewisser Weise negativ besetzt. Das liegt dann wahrscheinlich daran, dass das Lernen im Laufe Ihres Lebens – sei es in Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf – mit Druck, Stress oder vielleicht auch Versagensängsten verbunden war. Das haben Sie aber bereits hinter sich gebracht. Ich meine ein anderes Lernen, sei es bewusst oder unbewusst.

Denken Sie doch einmal darüber nach, wie oft Sie in Ihrem Leben etwas gelernt haben, ohne dass Sie sich groß Gedanken darüber gemacht haben, dass Sie das gerade tun. Vielleicht Regeln für eine Sportart, die Sie scheinbar ganz nebenbei verinnerlicht haben. Oder Wissen, welches Sie sich angeeignet haben, nicht weil Sie es darauf angelegt haben, sondern nur weil Sie zum Beispiel aus Interesse sehr viel über ein bestimmtes Thema gelesen haben, Fernsehberichte darüber gesehen haben oder Ausstellungen in diesem Bereich besucht haben. Sie haben sich nicht hingesetzt und wie verrückt gebüffelt, mit dem bestimmten Ziel sich Wissen anzueignen. Hierzu reicht es lediglich mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen, wissbegierig zu sein und Interesse an etwas zu haben. Es liegt in der Natur des Menschen zu lernen. Nicht ohne Grund gewinnt man mit zunehmendem Alter an Lebenserfahrung und das Allgemeinwissen wird immer ausgeprägter. Was aber nicht heißen soll, dass man nicht auch viel von jüngeren Menschen lernen kann. Auch die Generation unserer Enkelkinder kann uns Älteren noch vieles beibringen.

Lernen hält fit, auch im Alter

Kindern wird immer gesagt, dass sie für das Leben lernen und nicht für die Schule. Genauso kann man aber auch sagen: Man lernt vom Leben. Selbst bei einem scheinbar belanglosen Smalltalk mit dem Nachbarn können Sie neue Eindrücke gewinnen. Und das ist auch gut so. Denn Lernen sowie Denken allgemein hält den Geist fit. Unser Gehirn will genauso wie unsere Muskeln trainiert und gefordert werden.

Manchen Menschen macht gerade deshalb der bevorstehende Wechsel in den wohlverdienten Ruhestand Angst. Nach dem Motto: Gestern noch im Berufsleben aktiv und geistig gefordert, heute gähnende Leere im Kopf. Das ist totaler Blödsinn und nichts als Schwarzmalerei. Es liegt doch an Ihnen selbst Ihr Leben so zu gestalten, dass genau das nicht passiert. Es gibt so viele Möglichkeiten sich geistig zu betätigen. Und ich meine nicht nur, hin und wieder ein Kreuzworträtsel zu lösen. Manche lernen eine neue Sprache, ein neues Musikinstrument oder vertiefen, was sie bereits einmal erlernt haben. Das Schöne ist, als Rentner kann man sich ganz frei seinen wirklichen Interessen zuwenden – ohne Leistungsdruck und in seinem eigenen Tempo. Endlich hat man Zeit zu den Dingen, die im Berufsalltag zu kurz gekommen sind. Ein positiver Nebeneffekt des Lernens kann dazu noch sein, dass Sie neue Bekanntschaften machen, wenn Sie zum Beispiel einen der zahlreichen Kurse an Volkshochschulen besuchen oder sogar ein Studium beginnen (Lesen Sie hierzu den Beitrag „Neuer Alltag an der Universität“).

Genießen Sie deshalb den neu gewonnen Luxus des freien, selbstbestimmten Lernens und bleiben Sie neugierig – oder anders ausgedrückt – gierig auf Neues.

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